Das Oberlandesgericht Bamberg hat in einem jüngst veröffentlichten Urteil, welches bereits 2017 verkündet worden war, gegen welches der BGH aber erst vor Kurzem die Revision zurückgewiesen hat, noch einmal klargestellt, dass der Werkunternehmer für Mängel haftet, auch wenn er diese nicht verschuldet hat. Oft ist die Ursache für einen Mangel ein Fehler in einem verwendeten Baustoff. Dass der Werkunternehmer dies nicht in jedem Falle auf der Baustelle erkennen kann, liegt auf der Hand. Trotzdem ist er für die mangelfreie Herstellung des Gewerkes verantwortlich. Auch wenn er nichts für einen fehlerhaften zugelieferten Baustoff kann, haftet er dennoch für den sich daraus ergebenden Mangel am Bauwerk. Diese Haftung betrifft zum einen die Nachbesserungsverpflichtung. Der Unternehmer muss also das mangelhafte Werk in Ordnung bringen. Zum anderen betrifft die Haftung aber auch die Schadenersatzverpflichtung für solche Schäden, welche sich aus dem mangelhaften Gewerk ergeben. Dies kann erheblichen Umfang annehmen und auch weit über den Aufwand, welcher für die eigentliche Mangelbeseitigung notwendig ist, hinausgehen.

Das Oberlandesgericht hat aber noch etwas klargestellt: Mit der Abnahme geht die Beweislast, ob ein Mangel vorliegt und ob dieser bereits zum Zeitpunkt der Abnahme vorgelegen hat, auf den Bauherren über. Dies wird von Bauunternehmen oft verkannt. Es sollte deswegen durch jedes Bauunternehmen besonders auf die Herbeiführung der Abnahme durch die Bauherrschaft hingewirkt werden. Denn oft ist es gar nicht so einfach, festzustellen oder gar nachzuweisen, wann der Mangel eingetreten ist.

Wie Sie ggf. auch bei sich weigernden Bauherren eine Abnahme herbeiführen können, erörtern wir mit Ihnen gerne.