Das Bundesarbeitsgericht hat in einem Urteil vom 20.10.2016 (Az. 6 AZR 471/159) entschieden, dass ein Berufskraftfahrer gekündigt werden darf, wenn er seine Fahrtüchtigkeit durch Einnahme von Substanzen wie Amphetamine oder Chrystal Meth gefährdet. Der als Berufskraftfahrer arbeitende Kläger nahm an einem Samstag, den 11.10.2014 im Privatbereich Amphetamin und Chrystal Meth ein. Nachdem er ab darauffolgendem Montag wieder LKW fuhr, wurde er am Dienstag, dem 14.10.2014 polizeilich kontrolliert und der Drogenkonsum festgestellt. Daraufhin entschloss sich der Arbeitgeber zu einer fristlosen Kündigung.

Das BAG gab dem Arbeitgeber recht, obwohl der Arbeitnehmer argumentiert hatte, es hätten keine Anhaltspunkte für eine tatsächliche Fahruntüchtigkeit bestanden. Arbeitsgericht und LAG hatten der Klage noch stattgegeben. Das BAG argumentierte, bei der vorzunehmenden Interessenabwägung hätten die Vorinstanzen die sich aus der Einnahme von Amphetamin und Chrystal Meth für die Tätigkeit eines Berufskraftfahrers typischerweise ergebenden Gefahren nicht hinreichend gewürdigt. Das BAG war der Auffassung, dass es nicht darauf ankam, ob die Fahrtüchtigkeit des Klägers bei den ab dem 13.10.2014 durchgeführten Fahrten konkret beeinträchtigt war und deshalb eine erhöhte Gefahr für den Straßenverkehr bestand.