Der Bundesgerichtshof hatte im Jahre 2018 über die Wirksamkeit der Eigenbedarfskündigung eines Vermieters zu entscheiden, die dieser aussprach, da die dem Mieter überlassene Wohnung durchschnittlich zwei Mal jährlich für ein bis zwei Wochen als Ferienwohnung für die Kinder des Vermieters mit deren Familien benötigt werde.

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs entschied den Fall zu Gunsten des Vermieters und stellte klar, dass Gerichte den Eigennutzungswunsch des Vermieters nur daraufhin nachprüfen dürfen, ob dieser Wunsch ernsthaft verfolgt wird, von vernünftigen und nachvollziehbaren Gründen getragen oder hingegen rechtsmissbräuchlich ist.

Auch wenn es vor diesem Hintergrund auf die Umstände des Einzelfalls ankommt, ist die grundsätzliche Wertung des Bundesgerichtshofs bei der Beurteilung einer Eigenbedarfskündigung zur Nutzung als Zweit- und/oder Ferienwohnung durch den Vermieter oder Familienangehörige dahingehend zu berücksichtigten, dass eine solche Kündigung grundsätzlich zulässig ist. Trotz des relativ geringen Umfangs der beabsichtigten Nutzung im vorliegenden Fall ist nach Auffassung des Bundesgerichtshofs die Eigenbedarfskündigung von vernünftigen und nachvollziehbaren Gründen getragen und auch nicht rechtsmissbräuchlich.